Archive for the ‘Kommunikationsguerilla’ Category

Buch-Rezension „Unerhört. Adbusting gegen die Gesamtscheiße“

Samstag, Januar 26th, 2019

Das Autor*innenkollektiv „Berlin Busters Social Club“ hat ein Buch im Themenfeld Kommunikationsguerilla heraus gebracht. Es heißt „Unerhört: Adbusting gegen die Gesamtscheiße“. Es dokumentiert linksradikale Adbusting-Aktionen aus dem Berlin der letzten Jahre. Um schicke Hochglanz-Bilder der Aktionen sind inhaltliche Texte angeordnet. Zusätzlich gibt es einen Flyer, auf dem erklärt wird, wie sich Nachschlüssel für Werbevitrinen aus Kram aus dem Baumarkt herstellen lassen. Zusätzlich beschäftigt sich das Buch mit der Frage, was Werbung ist, und beantwortet diese diskurstheoretisch.

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Wie öffnet man Werbevitrinen?

Donnerstag, Januar 3rd, 2019

In großen Städten stehen an fast jeder Ecke und fast jedem halbwegs wichtigen Gebäude sogenannte Werbevitrinen rum. Das ist super für Adbusting-Protest, weil dann mit eigenen Postern oder Plakatfälschungen das Publikum und die Angestellten konfrontieren kann und außerdem schicke Poserbilder machen kann. Kein Wunder, dass Adbusting immer beliebter wird. Bloß: Wie gehen die Werbevitrinen auf?
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B: Soli-Adbusting mit linksunten zum Tag der Offenen Tür am Innenministerium

Samstag, August 25th, 2018

Adbustings zum Tag der Offenen Tür am Innenministerium

Zufälle gibt: Dieses Jahr fällt der Jahrestag des Verbotes der offenen Nachrichtenplattform linksunten.indymedia.org mit dem Tag der Offenen Tür im für Pressezensur zuständigen Innenministerium zusammen. Doch Protest ist da nicht einfach, denn wie es sich für eine autoritäre Regierung gehört, verbietet die Besuchsordnung der Veranstaltung explizit Versammlungen und das Verteilen von Druckwerken (thats what democracy looks like in 2018…). Doch dank der in Berlin omnipräsenten Großflächenwerbeanlagen gelang es dem Kommunikationsguerilla-Kollektiv „Hit Horst Hard (HHH)“ pünktlich zum Beginn der Veranstaltung direkt neben dem Haupteingang des Zensur- und Abschiebungsministeriums zwei Adbustings zu arrangieren.
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Die Militarisierung der Polizei als Chance für die Kommunikationsguerilla

Montag, April 9th, 2018

geklaut bei Reuters

Aktuell geht der Trend zu einer erneuten Militarisierung der Polizei. Dies wird analysiert und beklagt, Handlungsoptionen werden kaum gesehen. Dabei erodiert die Militarisierung der Polizei die Legitimation der angeblichen „Freunde und Helfer“. Dies bietet Chancen für aktionistische Interventionen. Ein Pladoyer für eine Kommunikationsguerilla, die auf einer diskursiven Ebene versucht, der Polizei das Wasser abzugraben (→ Was ist Kommunikationsguerilla?).

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Was ist Adbusting?

Montag, Februar 19th, 2018

Adbusting ist eine Protestform, angesiedelt irgendwo zwischen Kunst und Politik. Diese Spielart der Kommunikationsguerilla, die sich explizit mit dem Umdeuten von Werbung beschäftigt, nennt sich Adbusting. Dieses Kunstwort aus dem englischen Begriffen Advertising (Werbung) und to bust (stören, kaputt machen) beschreibt das gezielte Verändern von Werbung, oder, wie die Adbuster*innen sagen würden: „Wir entstellen die Werbung bis zur Kenntlichkeit“. Was das konkret bedeutet, lässt sich gut beispielhaft an der Werbung der Bundeswehr und den Reaktionen darauf zeigen.
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Neues von der Kommunikationsguerilla

Sonntag, Februar 11th, 2018

Kommunikationsguerilla ist ja auf der einen Seite pop und entsprechende Veranstaltungen schießen nach wie vor wie Pilze aus dem Boden. In den nächsten Wochen gibt es Veranstaltungen in Erfurt, Hannover und Berlin. Zwar ist nicht wirklich erkennbar, dass all die poppigen Veranstaltungen irgendwie Einfluss auf die Aktionspraxen linksradikaler Bewegungen hätten, aber davon, dass man stattfindende Veranstaltungen nicht bekannter macht, wird das ja auch nicht besser, deshalb haben wir hier neben einigen Anmerkungen zum aktuellen Geschehen einige Termine und Neuigkeiten zusammen gestellt:
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(B) Polizeikongress: Protest mit Adbusting am Alex

Mittwoch, Februar 7th, 2018

Da für 100% Repression Adbusting beim Polizeikongress

Gerade erst musste die Berliner Polizei mangels geeigneter Bewerber*innen die Bewerbungsfrist zum nächsten Ausbildungstermin verlängern. Eine Gruppe junger Kreativer hat sich zum Ziel gesetzt, die Polizei zu unterstützen: „Anlässlich des Polizeikongresses präsentieren wir am Alex eine verbesserte Plakatserie der Image-Kampagne @Da_fuer_Dich,“ sagt Steffi Henkel, der kreative Kopf der Gruppe. „Wir haben die Plakate so verbessert, dass sie die richtigen Leute ansprechen. In unserer Gesellschaft steht Polizei für Gewaltausübung und institutionellen Rassismus. Und wer ein Problem mit sexistischen Übergriffen hat, sollte sich gar nicht erst bewerben.“ steht in der Aktionserklärung, die das Kollektiv auf indymedia veröffentlichte.
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Vereinnahmung von Kommunikationsguerilla, oder was tun, wenn der Gegner zu nett ist

Freitag, Januar 19th, 2018

Die Bundeswehr antwortet auf Adbustings ihrer Plakate mit Werbeanzeigen, die das Adbusting aufnehmen und um den Slogan „Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst“ ergänzen. Grund genug für uns, sich einer Folge unserer Analysen zu Kommunikationsguerilla mit Vereinnahmung, und was man dagegen machen kann, zu beschäftigen.
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Was fürs Leben lernen: Termine zu Kommunikationsguerilla

Mittwoch, Januar 10th, 2018

Was ist Kommunikationsguerilla? Neben Artikeln im Internet vermitteln auch regelmäßig Veranstaltungen Wissen zum Thema. Dabei oszillieren die Betrachtungspole oft zwischen gähnender Langeweile im politischen Alltag der breiten Masse der Politbewegungen und euphorischem Avantgarde-Verhalten a la Peng-Collective bei den Fans der Kommunikationsguerilla. Wichtig wäre dabei nicht das Abfeiern eines neuen Hypes, sondern die Einbettung von Kommunikationsguerilla in „normale“ Kampagnenarbeit. Wer das versuchen möchte, findet in den nächsten Wochen die ein oder andere Gelegenheit, sich fortzubilden. Hier eine kleine kommentierte Zusammenstellung.
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Kommunikationsguerilla zum Todestag von Oury Jalloh

Dienstag, Januar 9th, 2018

Kommunikationsguerilla an der Autobahn: Adbusting am Tourismus-Wegweiser

Pünktlich zum 13. Todestag des in Dessau von rassistischen Polizist*innen ermordeten Oury Jalloh ist in der Geschichte einiges passiert: Teile der linksliberale Presse können sich mittlerweile damit anfreunden, dass es bei der deutschen Polizei eine vertuschte rassistische Mordserie gegeben haben könnte, ein Ober-Staatsanwalt, der vermutlich einen krassen Karriereknick hinlegen wird, weil öffentlich geworden ist, dass er das Märchen von der spontanen Selbstentzündung für nicht so richtig gut gelogen hält, und ein staatlich bezahlter Gewalttäter, der aus seinem Job gedrängt worden ist, weil er aussagen wollte. Und so ist die Gedenkdemo dieses Jahr gut besucht und trifft auf ein hohes Medieninteresse. Bereits im letzten Jahr gab es eine ziemlich coole Memorial-Aktion für Oury Jalloh, doch dieses Jahr hat sich die Kommunikations-Guerilla hinterm S-Bahn-Ring nochmal übertroffen.
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(B) Revangefoul gegen die Bundeswehr:Adbustings am Bendlerblock

Dienstag, Dezember 12th, 2017

Entsetzen im Bendler-Block: Nachdem nicht mal die aufwendig für viele Millionen produzierten Web-Serien die Lücken im Personal des staatlichen Gewaltmonopols schließen können, müssen die uniformierten Lametta-Träger*innen auch noch Hohn und Spott direkt vor der Haustür verkraften. Nicht nur massiv am S-Bahn-Ring, auch direkt gegenüber des Kriegsministeriums hatten die Militärs Werbewände angemietet, um stolz den eigenen Leuten die neuen Plakate vorführen zu können. Doch statt der erhofften Image-Werbung prangten den Befehlsempfänger*innen darauf nun Hinweise auf unliebsame Tatsachen entgegen.
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„Sinnlos sterben? Komm zu uns!“ Bundeswehr-Adbustings zum Festakt des Tag des Peacekeepings

Mittwoch, Oktober 25th, 2017

Anlässlich des Festaktes zum sogenannten „Tag des Peacekeepers“ interventionierte das Straßenkunst-Kollektiv „Name bitte hier einfügen“ mit veränderten Bundeswehrplakaten rund um den Veranstaltungsort in Moabit.
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B) Adbusting-Aktion: Kommunikationsguerilla verändert Wahlplakate vor Parteizentralen

Montag, August 21st, 2017

Der Bundestagswahlkampf läuft ja grad noch eher lahm über die Bühne. Umso besser, dass in unserem elektronisches Postfach eine Pressemitteilung des „Herrschaftskritischen
Protest-Kunst-Kollektivs (HPKK)“ gelandet ist, ds wir hier croßposten wollen (Die Bilder stammen von indymedia) Die Ortswahl der Aktion, und wie diese Ortswahl in der Aktion und in der Aktionsvermittlung aufgegriffen wird, gefällt uns sehr gut.
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B: Klebezettel-Kommunikationsguerilla gegen AKP-Besuch an der HU

Sonntag, November 27th, 2016

Beril Dedeoğlu, eine ehemalige AKP-Ministerin, besucht am 1.12. die Berliner Humboldt-Uni. Dieser Besuch wirft seinen Schatten voraus. Beril Dedeoğlu wird vorgeworfen, für die Repression gegen kritische Akademiker*innen verantwortlich zu sein. Mit einer Aufkleber-Aktion machten Unbekannte im Campus Mitte auf den bisher weitestgehend unbekannten Besuch aufmerksam.
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(B): Kommunikationsguerilla-Kämpfe in der M-Street 2004-2016

Freitag, November 4th, 2016

Streetart-Aktion zur Umbenennung der M-Street im Frühjahr 2016

Vergegenwärtigt man sich die Allgegenwart kolonialer Denkmuster im deutschen Diskurs, wundert es nicht, wie viel Widerstand sich gegen Initiativen regt, die versuchen, dies zu hinterfragen. Eines der beliebtesten Kampffelder ist die „Mohrenstraße“ in Berlin-Mitte. Die im 17. Jahrhundert entstandene Straße kreuzt die Friedrichstraße und passiert den Gendarmenmarkt, an ihrem westlichen Ende befindet sich eine U-Bahn Station mit gleichem Namen. Mit ihrer prominenter Lage ist sie Sinnbild für den Umgang mit rassistischen Überbleibseln aus der Kolonialzeit. In den letzten Jahren gab es verschiedene Initiativen zur Umbenennung. Dabei fanden auch immer wieder kreative Kommunikationsguerilla-Aktionen Anwendung, die hier betrachtet werden sollen.

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