Archive for the ‘Aktions-Analyse’ Category

Inhalt oder Poser-Bilder? Eine Analyse am Beispiel eines Adbustings zum NSU-Urteil

Mittwoch, November 14th, 2018

Mit Adbustings (was ist Adbusting?) haben am 5.11.2018 „Autonome Gruppen“ auf die mangelnde Aufklärung im NSU-Prozess hingewiesen. U.a. mit dem Slogan: „Beate Tschäpe wurde verurteilt. Andreas Temme nicht“ zeigen die Künstler*Innen, dass es neben dem Trio noch viele weitere Personen und auch Nazis aus den Geheimdiensten in den braunen Terror verstrickt waren. Nebenbei lassen sich exemplarisch an den Bildern der Aktion Probleme der Aktionsform in Vermittlungs- und Gestaltungsfragen aufzeigen.
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Die Militarisierung der Polizei als Chance für die Kommunikationsguerilla

Montag, April 9th, 2018

geklaut bei Reuters

Aktuell geht der Trend zu einer erneuten Militarisierung der Polizei. Dies wird analysiert und beklagt, Handlungsoptionen werden kaum gesehen. Dabei erodiert die Militarisierung der Polizei die Legitimation der angeblichen „Freunde und Helfer“. Dies bietet Chancen für aktionistische Interventionen. Ein Pladoyer für eine Kommunikationsguerilla, die auf einer diskursiven Ebene versucht, der Polizei das Wasser abzugraben (→ Was ist Kommunikationsguerilla?).

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Was ist Adbusting?

Montag, Februar 19th, 2018

Adbusting ist eine Protestform, angesiedelt irgendwo zwischen Kunst und Politik. Diese Spielart der Kommunikationsguerilla, die sich explizit mit dem Umdeuten von Werbung beschäftigt, nennt sich Adbusting. Dieses Kunstwort aus dem englischen Begriffen Advertising (Werbung) und to bust (stören, kaputt machen) beschreibt das gezielte Verändern von Werbung, oder, wie die Adbuster*innen sagen würden: „Wir entstellen die Werbung bis zur Kenntlichkeit“. Was das konkret bedeutet, lässt sich gut beispielhaft an der Werbung der Bundeswehr und den Reaktionen darauf zeigen.
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Vereinnahmung von Kommunikationsguerilla, oder was tun, wenn der Gegner zu nett ist

Freitag, Januar 19th, 2018

Die Bundeswehr antwortet auf Adbustings ihrer Plakate mit Werbeanzeigen, die das Adbusting aufnehmen und um den Slogan „Wir kämpfen auch dafür, dass Du gegen uns sein kannst“ ergänzen. Grund genug für uns, sich einer Folge unserer Analysen zu Kommunikationsguerilla mit Vereinnahmung, und was man dagegen machen kann, zu beschäftigen.
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Kommunikationsguerilla zum Todestag von Oury Jalloh

Dienstag, Januar 9th, 2018

Kommunikationsguerilla an der Autobahn: Adbusting am Tourismus-Wegweiser

Pünktlich zum 13. Todestag des in Dessau von rassistischen Polizist*innen ermordeten Oury Jalloh ist in der Geschichte einiges passiert: Teile der linksliberale Presse können sich mittlerweile damit anfreunden, dass es bei der deutschen Polizei eine vertuschte rassistische Mordserie gegeben haben könnte, ein Ober-Staatsanwalt, der vermutlich einen krassen Karriereknick hinlegen wird, weil öffentlich geworden ist, dass er das Märchen von der spontanen Selbstentzündung für nicht so richtig gut gelogen hält, und ein staatlich bezahlter Gewalttäter, der aus seinem Job gedrängt worden ist, weil er aussagen wollte. Und so ist die Gedenkdemo dieses Jahr gut besucht und trifft auf ein hohes Medieninteresse. Bereits im letzten Jahr gab es eine ziemlich coole Memorial-Aktion für Oury Jalloh, doch dieses Jahr hat sich die Kommunikations-Guerilla hinterm S-Bahn-Ring nochmal übertroffen.
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(B) Adbusting-Aktion gegen Werbung mit Antisemit*innen

Montag, März 13th, 2017

Bach/Luther-Adbusting am Bahnhof-Friedrichstraße

In Berlin wirbt das Stadtmarketing der Stadt Leipzig mit einem Motiv der Komponist*innen Johann Sebastian Bachs. Die Abbildung des Komponist*innen trägt ganz lässig Sonnenbrille und T-Shirt. Das Bekleidungsstück schmückt zudem eine Abbildung des Reformators Martin Luthers. Dazu trägt das Plakat den Slogan „Johann S.B. aus L. – bekennender Luther-Fan“. Adbusting-Künstler*innen knöpften sich nun am Bahnhof Friedrichstraße und am Hackscher Markt die Plakate vor. Mit Überklebern machten sie auf die reaktionären Positionen der beiden Heldenfiguren aufmerksam.

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B: Klebezettel-Kommunikationsguerilla gegen AKP-Besuch an der HU

Sonntag, November 27th, 2016

Beril Dedeoğlu, eine ehemalige AKP-Ministerin, besucht am 1.12. die Berliner Humboldt-Uni. Dieser Besuch wirft seinen Schatten voraus. Beril Dedeoğlu wird vorgeworfen, für die Repression gegen kritische Akademiker*innen verantwortlich zu sein. Mit einer Aufkleber-Aktion machten Unbekannte im Campus Mitte auf den bisher weitestgehend unbekannten Besuch aufmerksam.
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(B): Kommunikationsguerilla-Kämpfe in der M-Street 2004-2016

Freitag, November 4th, 2016

Streetart-Aktion zur Umbenennung der M-Street im Frühjahr 2016

Vergegenwärtigt man sich die Allgegenwart kolonialer Denkmuster im deutschen Diskurs, wundert es nicht, wie viel Widerstand sich gegen Initiativen regt, die versuchen, dies zu hinterfragen. Eines der beliebtesten Kampffelder ist die „Mohrenstraße“ in Berlin-Mitte. Die im 17. Jahrhundert entstandene Straße kreuzt die Friedrichstraße und passiert den Gendarmenmarkt, an ihrem westlichen Ende befindet sich eine U-Bahn Station mit gleichem Namen. Mit ihrer prominenter Lage ist sie Sinnbild für den Umgang mit rassistischen Überbleibseln aus der Kolonialzeit. In den letzten Jahren gab es verschiedene Initiativen zur Umbenennung. Dabei fanden auch immer wieder kreative Kommunikationsguerilla-Aktionen Anwendung, die hier betrachtet werden sollen.

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(KI) Gelungene Kommunikationsguerilla zu Umweltschutz

Freitag, Juli 1st, 2016

Anlässlich des Stadtfestes „Kieler Woche“ simulierten Öko-Chaot*innen in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt eine PR-Aktion des Kreuzfahrt-Konzerns „Aida“. Als vermeintliche Mitarbeitenden der Firma brachten sie direkt am Liegeplatz der Reederei vermeintliche Rabattflyer unter die Leute, um auf Umweltverschmutzung durch touristische Schifffahrt aufmerksam zu machen.
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Was ist Kommunikationsguerilla?

Donnerstag, Juni 16th, 2016

Kommunikationsguerilla gilt als fancy, hip, chic und pop. Ihre Gegner*innen lehnen sie ab, ihre Fans verherrlichen das Konzept. Eine kritische Betrachtung der Chancen, Möglichkeiten und Risiken gibt es im Diskurs der linksradikalen Szenen hingegen kaum. Das das jedoch einen Versuch wert sein könnte, versucht der folgende Text aufzuzeigen.
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(B) Kleine Aktion gegen Militär-Werbekampagne, relativ große Wirkung

Dienstag, April 12th, 2016

Die Bundeswehr wirbt in Berlin wieder auf Plakaten um neues Kanonenfutter. Doch im Gegensatz zur oliv-grünen Werbekampagne „Mach was zählt“ im November des letzten Jahres, wo die Werbung überregional attackiert wurde, tut sich nun recht wenig. An mangelnder Medienaufmerksamkeit kann es nicht liegen, wie der unverhältnismäßig hohe mediale „Impakt“ einer kleinen Aktion in Berlin zeigt.
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Maqui-Artikel im Linksunten-Kaleidoskop

Dienstag, März 22nd, 2016

Ein besonderes Lob hat unser Blog übrigens vom Moderations-Kollektiv des linken Newsportal „linksunten.indymedia.org“ erhalten. Unser Artikel „Kommunikationsguerilla gegen Deutschland“ wurde für das Kaleidoskop ausgewählt. In diese Kategorie kommen bei linksunten nur „besonderes gute“ Artikel. Lob hört man gerne, vielen Dank. Und alle, die den Text nochmal lesen wollen, finden ihn hier:

http://maqui.blogsport.eu/2016/02/16/kommunikationsguerilla-gegen-deutsche-normalitaet/

(B) Wie gefährlich kann Street-Art sein?

Mittwoch, März 16th, 2016

Quelle: Sozial Fotografie

Anlässlich einer Adbusting-Aktion zum feministischen Kampftag lieferte die Berliner Polizei einen höchst eigenwilligen Beitrag zur Frage, wie gefährlich politische Straßenkunst sei. Offensichtlich in der Hoffnung, die Adbustings an der Demostrecke vor den Teilnehmenden verbergen zu können, postierte die Polizei vor den Kunstwerken entweder Wannen oder breitschultrige Kolleginnen. Doch welche Gefahr hofften die Beamt*innen dadurch zu verhindern?
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Kommunikationsguerilla mit der GdP: Erst gefälschte Plakate, dann gefälschte Pressemitteilung

Freitag, Februar 26th, 2016

Berliner Morgenpost, 23.2.2016

Die Geschichte um die Adbustings am Alex zum Polizeikongress ist noch weiter gegangen. Dies erklärt die KünstlerInnengruppe „Gewalttäter*innen dissende Polizeikritier*innen““ in einem Statement auf linksunnten.indymedia.org. Die Gruppe verwendete offenbar nicht nur das Logo der Gewerkschaft der Polizei auf ihren „Playmobil“-Postern, sondern fälschte auch gleich das Dementi und verschickte dies von einer GdP-Mailadresse. Und wegen der netten Hommage am Ende des Statements an unsere Reihe „Kommunikationsguerilla-Analysen“ kommt das Statement da jetzt rein.

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Kommunikationsguerilla gegen deutsche Normalität?

Dienstag, Februar 16th, 2016

Über die Frage, wie Kommunikationsguerilla antifaschistische Proteste ergänzen könnte, ist hier schon nachgedacht worden. Und wie dort schon angedeutet, stellt die Kommunikationsguerilla gegen Nazis regelmäßig auch Cops und sonstige Angehörige der angeblichen und selbsternannten bürgerlichen Mitte vor Probleme. Dieser Text versucht die Frage zu erörtern, ob sich diese Phänomen nicht nutzen ließe, um auch in der Mitte der Gesellschaft auf Rassismus, Antisemitismus und Autoritätsgeilheit zu problematisieren.
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