Bundeswehr-Adbusting vor dem Bundestag in Berlin-Mitte

Bereits einen Tag vor dem Tag der Bundeswehr muss sich das Militär Kritik in Berlin Mitte rund um den Reichstag gefallen lassen. Denn die Gruppe „Bundeswehr enttarnen“ hat dort Adbustings in Werbevitrinen gehängt.

Bundeswehr-Adbusting in Berlin-Mitte vor dem Reichstag

Wer heute am Tag der Bundeswehr in Berlin zwischen Reichstag und Kanzler*innenamt entlang flaniert, erlebt eine Überraschung. Blickt man in die Werbevitrinen, könnte man meinen, die Bundeswehr hätte eine neue Werbekampagne aufgelegt. In einer Mischung aus den Designs der “Mach-was-zählt”-Kampagne und der Werbung für den heutigen Tag der Bundeswehr sprechen die dort hängenden Plakate scheinbar aus der Position der Militärs die Passant*innen an. Doch auf den zweiten Blick erschließt sich, dass es sich um subversive Fälschungen des Kollektivs „Bundeswehr enttarnen“ handelt.

Bundeswehr-Adbusting zwischen Bundestag und Kanzlerinnenamt

Die Adbustings nehmen die direkte Ansprache und die direkte poppige Wortwahl der Militär-Werbung auf, verkehren sie jedoch ins Gegenteil. Die Aufschriften lauten:

Bundeswehr-Adbusting am Hauptbahnhof Berlin

Neugier auf Morden? Komm zur Bundeswehr.
Beim musst Du nicht nur auf Befehl töten. Du erlebst bei uns auch, wie Du und deine Kamerad*innen verrecken.

Neugier auf Schikane? Komm zur Bundeswehr.
Militär heißt Befehl und Gehorsam. Widerspruch hat keinen Platz. Machtmissbrauch, Folter und autoritäre Scheiße sind bei uns Alltag.”

Bundeswehr-Adbusting vor der Siegessäule in Berlin

Neugier auf Sexismus? Komm zur Bundeswehr.
Militär heißt Dominanz und Gewalt. Bei uns gedeihen Mackertum, Übergriffe und sexualisierte Gewalt.

Neugier auf Nazis? Komm zur Bundeswehr.
Das deutsche Militär wurde von NS-Generälen gegründet. Bis heute entwickeln viele Soldat*innen bei uns eine rechte Gesinnung.

Bundeswehr-Adbusting am Bundestag

Anlass der Aktion des Kollektivs „Bundeswehr enttarnen“ ist der heutige Tag der Bundeswehr. Der bundesweiten Propaganda-Show der Militärs möchten die Protest-Künstler*innen etwas entgegensetzen. “Das deutsche Militär ist einfach ein brauner Scheißhaufen. Egal welche autoritäre Kackscheiße man sucht, bei der Bundeswehr wird man sie finden” kommentiert Lara, eine der beteiligten Protest-Künstler*innen. “Dass das Militär mit seinen autoritären Strukturen sich anmaßt, eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft spielen, ist Scheiße. Deshalb finde ich solche Aktionen gut.”

Bundeswehr-Adbusting an der Reichstagswiese

Mehr Infos:

Mörder soll man Mörder nennen (leider mit einer strukturell antisemitischen Grafik auf dem Titel…):
http://www.pazifismus.de/cms/bwabschaffen/broschueren/moerder/moerder.htm?template=/cms/template/doc_print.tpl

Herrschaftskritische Argumente gegen das Militär:

Herrschaftskritisch gegen Staat und Militär

Zu Nazis und Bundeswehr:
http://www.imi-online.de/category/themen/bundeswehr/bundeswehr-und-rechtsextremismus/

Sexismus beim Militär:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-studie-zeigt-vorurteile-von-soldaten-gegenueber-frauen-a-945367.html

Bundeswehr-Adbusting vor dem Kanzleramt in Berlin

Bundeswehr-Adbusting am Hauptbahnhof Berlin