Polizisten am Adbusting zum Förderkreis Deutsches Heer

Laut Indymedia hat die Künstler*innengruppe „Kein Metall“ mit Adbustings dem Förderkreis Deutsches Heer die Meinung gegeigt. Dafür veränderten sie breitflächig Werbung direkt gegenüber deren Büros Unter den Linden/ Ecke Friedrichstraße. Offensichtlich traf die Aktion einen Nerv: Mit Blaulicht und Sirene kam die Polizei, um das Kunstwerk zu zerstören.

Adbustings gegenüber des Einganges des Förderkreis Deustches Heer

Als Vorlage für die politischen Kunstwerke musste die Eigenwerbung der Berliner Verkehrsbetriebe an der dem Militärlobby-Büro gegenüberliegenden U5-Baustelle herhalten. Den Bauzaun entlang bildet die BVG comic-artige Darstellungen von „typischen“ Berliner*innen in U-Bahnzügen ab. Diese Vorlage ergänzten die Künstler*innen durch Sprechblasen und Überkleber.

Adbusting. Lieber um Bier battlen als Kriege anzetteln

Eine Grafik, die einen Bier trinkenden Mann darstellt, raunzt nun den Militärlobyist*innen zu: „Lieber um Bier battlen als Kriege anzetteln!“.

Adbusting: Auswärtsspiel statt Auswärtseinsatz

Die Darstellung zweier Fußballfans grölt dem Förderkreis Deutsches Heer „Auswärtsspiel statt Auslandseinsatz!“ entgegen.

Adbusting: Deutsche Waffen, Deutsches Geld morden mit in aller Welt mit Polizeiwagen

Traditioneller geht es bei der Abbildung von zwei Klischee-Demonstrant*innen zu. In der BVG-Variante halten diese ein Schild mit der Aufschrift „Für dagegen“, nun schleudern sie der Militärlobby den alten Slogan „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt!“ entgegen.

Adbusting: Reitet doch selbst zum Hindukusch!

Der seit dem Song des leider verstorbenen Kazim Akboga aus der BVG-Werbung nicht mehr wegzudenkende „Mann auf Pferd“ gibt den Kriegsgewinnler*innen ein „Reitet doch selber zum Hindukusch!“ mit auf den Weg.

Adbusting: I´ve been killing for freedom

Und eine Gitarre spielende Frau stimmt gegenüber dem Förderkreis Deutsches Heer ein an David Hasselhoff angelehntes „I’ve been killing for freedom“ an, was ihr Begleiter mit einem entsetzten „HÄ?“ quotiert.

Aufschlussreich ist auch das Gespräch zwischen einem bärtigen Hipster und einer strickenden Oma: „Omi, was hältst du von Krieg?“ „Nichts, da verstrickt man sich nur!“.

Wer mehr über die Hintergründe der Aktion wissen möchte, kann genauso wie zwei abgebildete Jugendliche das Smartphone rausholen und sich unter bit.ly/lobbyheer über den Verein informieren.

Der Lindencorso Ecke Unter den Linden/Friedrichstraße, wo der Militärlobbyclub logiert

Die Einflussnahme der Militär-Lobby läuft still, diskret und erfolgreich. So erfolgreich, dass der Militär-Etat in den letzten 10 Jahren um über 50% gestiegen ist, und trotzdem Medien und Politik rumheulen, dass die Bundeswehr „kaputt gespart“ worden sei. Auch die Waffenexporte sind mehr und mehr geworden, sodass die deutsche Kriegsindustrie heute weltweit auf Platz Drei der Exporte steht. Und ganz verwundert reibt sich die Öffentlichkeit die Augen, wie es sein kann, dass Erdogans Islamist*innen mit Panzern aus deutscher Wertarbeit kurdische Dörfer plätten. Wer keine Lust hat, solche Szenen immer und immer wieder zu erleben, sollte endlich ernst damit machen, Kapitalismus und Herrschaft abzuschaffen.

Polizisten machen Streetart kaputt

Laut der Aktionsgrupppe sei unterhaltsam gewesen, wie es nach der Aktion weiter ging. Bereits während der Kleisterperformance interessierten sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Gruppe chic angezogener Menschen außergewöhnlich stark für das im entstehende Kunstwerk. Die mutmaßlich irgendwie zum millionenschweren Militärlobby-Verein gehörenden Leute schien das kleine Kunstwerk immerhin so zu treffen, dass sie umgehend die Polizei riefen.

Da die Berliner Polizei sich für nichts zu schade sei, habe dieses natürlich gleich Streifenwagen geschickt, um den hinterhältigen Anschlag umfänglich aufzuklären. Gefangen haben die Schergen glücklicherweise niemanden von „Kein Metall“, da der Rückzug von der Künstler*innengruppe generalstabsmäßig geplant gewesen sei (für den Fall, dass die Cops bei ihrer Fahndung irgendwelche Leute eingesackt haben sollten, bittet die Gruppe um Kontaktaufnahme zwecks Solidarität via fdh@riseup.net).

Leider hielt das Kunstwerk in den groben Händen der Berliner Polizei nicht mehr lang. Um die vom Kunstwerk ausgehende Gefahr zu bannen, schritten die Cops nach ausführlicher telefonischer Rücksprache mit ihren Befehlsgeber*innen zur Tat. Mittels Abreißen verhinderten die heldenhaften Beamt*innen, dass die Kritik an Rüstungslobbyist*innen noch mehr Menschen direkt vor deren Haustür erreicht.

Mehr Infos zum „Förderkreis Deutsches Heer“:
http://bit.ly/lobbyheer

Mehr Infos zum Adbusting gegen Militär:
http://maqui.blogsport.eu/2018/02/19/was-ist-adbusting/