Es gibt so Dinge, die scheinen klar und doch ist es wichtig sie sich hin und wieder vor Augen zu führen. Dazu gehört, „dass es uns gewissermaßen in Fleisch und Blut übergegangen ist, so zu leben, wie wir leben.“ Wir befinden uns in Strukturen, „die uns das ermöglichen und es uns teilweise auch nahelegen oder sogar erzwingen.“ Und gerade letzterer Punkt wird gerne mal vergessen: „Man kann nämlich nicht einfach so konsumieren, wie man will, und nicht jeder kann sich frei entscheiden, ethischen Konsum zu betreiben“, so Stephan Lessenich in einem im Februar erschienenem Interview.

Unsere Lebensweise schlägt zurück

Viele können darüber hinaus die Folgekosten unserer Produktions- und Lebensweise ausblenden, denn „sie werden von niemandem direkt an uns herangetragen, wir sind mit den Folgeschäden nicht direkt konfrontiert, sind also auch nicht gezwungen, unsere Verhaltensweisen zu ändern. Bei diesem Ausblendenkönnen handelt es sich um eine große Machtressource.“ Doch die Zeiten ändern sich bekannterweise. „Gerade die Migrationsgeschehnisse der letzten anderthalb Jahre sind ein greifbares Zeichen dafür, dass die Verwerfungen, die von hier aus anderswo produziert werden, zunehmend auch auf uns zurückschlagen.“

Aber lest selbst: konkret-magazin.de/hefte/heftarchiv/id-2017/heft-22017/articles/ausblenden-ist-macht.html