Unter der Überschrift „Linke nehmen Vivantes hoch“ berichtet die Journalistin Nelli Tügel in der Ausgabe vom 20.10.2016 des „Neuen Deutschlands über eine Kommunikationsguerilla-Aktion. Mit einer gefälschten Pressemitteilung, die von einem vermutlich „gespooften“ Mailaccount verschickt wurde, kritisieren die unbekannten Verfasser*innen „falsche Krankenhausfinanzierung und Arbeitsbedingungen“.

Leider gibt’s nirgends im Netz das Original, aber hier geht’s zum Bericht:
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1029333.linke-nehmen-vivantes-hoch.html

Mailaccounts kapern ohne sie zu kapern
Spoofing ist eine Methode, um Mailadressen zu übernehmen, ohne sie zu übernehmen. Es wird eine Sicherheitslücke in der Art und Weise, wie E-Mails funktionieren ausgenutzt. Dabei wird der Header einer Mail so verändert, dass sie scheinbar von einer anderen Mailadresse kommt, ohne tatsächlich durch den entsprechenden Account gehen zu müssen. Die Manipulation ist eigentlich mit sehr einfachen Mitteln erkennbar. Es gibt sogar Anbieter im Netz, die fertig programmierte Webformulare fürs Spoofing anbieten.

GdP-Pressemitteilung gefälscht
Eine andere Kommunikationsguerilla-Aktion, bei der Spoofing eingesetzt wurde, ereignete sich in Berlin im Februar 2016 zum Polizeikongress. Damals veränderten unbekannt gebliebene Polizeikritikerinnen die Werbung in den Werbevitrinen rund um den Kongressort. Unter dem Label der GdP verkündeten damals Playmobil-Polizist*innen „Gewalttäter? Irgendwer muss es ja machen!“ Parallel dazu verschickten die unbekannten Täter*innen scheinbar vom offiziellen Account der GdP ein gefälschtes Dementi. Die Berliner Morgenpost, der Tagesspiegel und taz hielten die Pressemitteilung zunächst für echt. Das die Spamfilter von relevanten Medien die manipulation des Headers nicht erkannt haben, sollte zu denken geben.

Alte Aktionsform im Online-Zeitalter
Die Idee der gefälschten Mitteilung ist dabei nichts neues. Im Offline-Zeitalter wurden bereits gefälschte Behördenschreiben als Briefsendung verteilt. Und im Analog-Zeitalter gab es sogar Bürobesetzungen bei Behörden und Parteien, nur um an das Faxgerät zu kommen, um es für politischen Blödsinn benutzen zu können

Mehr Infos:

Gefälschte Plakate und gefälschte PM der GdP:
http://maqui.blogsport.eu/2016/02/26/kommunikationsguerilla-mit-der-gdp-erst-gefaelschte-plakate-dann-gefaelschte-pressemitteilung/

Korrigierte Wahlplakate vor dem Polizeirevier am Tempelhofer Damm:
http://maqui.blogsport.eu/2016/09/21/b-korrigierte-wahlplakate-vor-dem-polizeirevier-am-tempelhofer-damm/

Kommunikationsguerilla im Krankenhaus:
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1029333.linke-nehmen-vivantes-hoch.html