Per Mail wurden wir auf eine nette Aktion aufmerksam gemacht: Mittels Sprechblase äußern die Berliner „Buddy-Bären“ neuerdings Kritik an Wahlen und Herrschaft. Dehalb haben wir die PM von Emil, dem Eisbären, und die Bilder einfach mal geklaut und hier eingestellt.

(B): Streetart-Aktion: „Lass Dir keinen Bären aufbinden!“
Die Berliner Buddy-Bär*innen haben die Schnauze voll. Tagein, tagaus stehen sie bei jedem Wetter in der Gegend rum und bespaßen mit ihrer Anwesenheit Tourist*innen. Immer still, klaglos und ohne sich zu beschweren. Doch jetzt reicht es ihnen. Deshalb rufen sie nun allen Passant*innen mittels aufgeklebter Sprechblasen „Lass Dir keinen Bären aufbinden: Wahlen ändern nix“ zu.

Wahlen als Akzeptanzbeschaffung für Herrschaft
„Angesichts des Wahlkampfterrors, bei dem die ganze Stadt mit hässlichen Plakaten voller unansehnlicher Fratzen und mit hohlen Slogans garniert, vollgestellt wird, haben wir beschlossen, uns zu Wort zu melden“, erklärt Emil Eisbär, eine*r der Berliner Buddy-Bär*innen, „Wir wollen den Menschen sagen, was wir als bislang stumme Beobachter*innen schon längst erkannt haben: Dass die Wahlen nur der Akzeptanzbeschaffung von Herrschaft dienen.“

Demokratie bedeutet Polizeigewalt, hohe Mieten und Ausbeutung
„Egal, was bei der Wahl herauskommt, eine Regierung wird es wieder geben“, so Emil Eisbär weiter, „und damit auch Polizeigewalt, Ausbeutung, Mieten und was sonst noch alles nervt und unserer aller Leben bedroht.“ Daran zeige sich, dass Wahlen lediglich dazu da seien, die Anerkennung von und Einwilligung zu Herrschaft, Kapitalismus und sonstiger Kackscheiße zu erhöhen. „Bei den wirklich wichtigen Dingen zählt die Meinung der Berliner*innen leider genauso wenig wie die von uns Bär*innen“, ergänzt Emil.

Breite Unterstützung in der Bären-Community
Emil haben sich unter anderem die Bär*innen am Gendarmenmarkt, Unter den Linden, Wallstraße, Leibziger Straße und an anderen Orten angeschlossen und fordern: „Nehmt euer Leben wieder selber in die Hand“. Für die Zukunft wünschen sich die Buddy-Bär*innen, dass die Menschen ihr Leben wieder selber in die Hand nehmen, denn im Gegensatz zu den Bär*innen ist ihnen nicht nur die bloße Erkenntnis dieser Notwendigkeit möglich. „Liebe Leute, macht es wie die Chaot*innen aus der Rigaer Straße“, empfiehlt Emil Eisbär, „Die organisieren ihr Leben dort selbst, jenseits von Herrschaft und Kapitalismus.“ Und neben Freiheit und Selbstverwirklichung, soweit es die heutigen Lebensumstände hierzulande zulassen, hätten die Leute dort außerdem auch ein relativ selbstbestimmtes Leben, wenn Herr Henkel & Co. dort nicht gerade Vietnam spielen würden. „Erobert euch mit Selbstorganisation und Kooperation jeden Tag ein kleines bisschen Autonomie zurück“, schließt Emil seinen Aufruf.

Textempfehlung zum Weiterlesen
Zum Abschied empfiehlt Emil Eisbär diesen Text:
http://www.bit.ly/keinewahl