In Leipzig ist neben allerlei anderen sonderbaren Gestalten auch die Zeitung „Compact“ ansässig. Die Zeitung wird als „Verschwörungs-Theorie-Querfront“ kritisiert. Besonders im Blick der Öffentlichkeit war das Magazin anlässlich eines Kongress im Oktober 2013. Mit gefälschten Hinweisschildern versuchten ChaotInnen, die Veranstaltungs-Teilnehmenden ans andere Ende der Stadt zu lotsen.

Egal ob rechts oder links?
Am Samstag, dem 23. November, fand in Schkeuditz bei Leipzig die „2. Compact-Konferenz für Souveränität” statt. Hinter der Konferenz verbirgt sich laut KritikerInnen ein Querfront-Netzwerk aus Rechtspopulisten, Verschwörungsideologen, Islamisten, Islamkritikern, Nationalisten, Antiimperialisten, Antisemiten, Antizionisten, Ethnopluralisten. Dem Selbstverständnis nach ist es Compact egal, „ob einer als „links“ oder „rechts“ apostrophiert wird”, vielmehr sollen die „demokratische Linke und demokratische Rechte, Moslems und Islamkritiker im offenen Dialog” zusammengebracht werden. Der ehemalige NPD-Vorsitzende Holger Apfel begrüßte es, dass Elsässer „auf nationaler Grundlage den Dualismus von Rechts und Links durch die Schaffung einer antiglobalistischen und antiimperialistischen Gerechtigkeitsbewegung überwinden will”.

Protest im Vorfeld
Schon im Vorfeld regte sich in Leipzig Kritik an der Veranstaltung. Das schwul-lesbische Magazin queer.de warnte vor einer „Konferenz gegen Homo-Ehen” und setzte sich ausführlich mit den Referenten auseinander. Der Veranstalter Jürgen Elsässer reagierte auf die vermeintliche „Lobby-Agitation” von queer.de und verteidigte Compact und die Referenten gegen den „falschen Vorwurf” der Homophobie. Auch in Leipzig kündigte sich Widerstand gegen die Konferenz an. So organisierte das Aktionsbündnis NoCompact am Vortag eine Gegenkonferenz an der Universität Leipzig. Dabei wurden zum einen die Positionen der Referenten kritisch beleuchtet und zum anderen emanzipatorische Alternativen aufgezeigt. Unter dem Motto „Compact-Konferenz? Nicht mit uns! Rechtspopulistischem Kongress entschlossen entgegentreten!” versammelten sich rund 100 Gegendemonstranten in Schkeuditz um die Veranstaltung zu blockieren. Allerdings machte die Polizei diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem wurde ein lautstarkes Zeichen gegen menschenverachtende Einstellungen gesetzt. Unter anderem wurde die Konferenz durch Trommeln an die Blechwand des Kongress-Centers gestört. Zum Abschluss lud das Bündnis am Nachmittag in die Leipziger Innenstadt ein, um bei Redebeiträgen unter anderem die Perspektive der Betroffenen von Diskriminierung zu erfahren.

Gefälschte Hinweisschilder
Ein interessantes Detail der Proteste fand sich am Leipziger Hauptbahnhof. Nutzten schlimme ChaotInnen das Potential der Kommunikationsguerilla für eine Sabotageaktion gegen den Kongress. Im Layout der „Compact“-Werbemittel hingen dort Hinweisschilder. Diese wendeten sich an die Kongressteilnehmenden. Mit Verweis auf angebliche Baustellen im S-Bahnnetz wurden die Teilis de facto gebeten, ans völlig andere Ende der Stadt zu fahren.

Mehr Infos:

Bericht über die Proteste:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/100163

Artikel aus der Vice, der die Aktion erwähnt und durchschaut:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/100297